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im Wandel der Zeit

Berlin im Mittelalter – von der Gründung bis ca. 1600

1237 findet die Stadt als Siedlung von Händlern und Kaufleuten an einem günstig gelegenen Spreeübergang (Mühlendamm) erstmals urkundliche Erwähnung. Aus der Doppelsiedlung Cölln und Berlin (Union seit 1307) an beiden Ufern des Flusses wächst mit der Ausdehnung des Deutschen Reiches nach Osten eine befestigte Stadt in der Markgrafschaft Brandenburg.

Die heute zu Berlin gehörenden Städte Spandau (1197) und Köpenick (1209) sind bereits einige Jahre vorher aktenkundlich und damit älter.

Das älteste Bauwerk Berlins, die Nikolaikirche, wird bereits um 1230 errichtet. 1280 taucht erstmals der Bär im Berliner Stadtwappen auf.

1356 wird Brandenburg Kurfürstentum. 1360 tritt Berlin der Hanse bei, bleibt ohne großen Einfluss und wird 1518 nach Auseinandersetzungen ausgeschlossen.

Im 15. Jahrhundert werden die Hohenzollern Kürfürsten in Brandenburg (1415) und beginnen 1443 mit dem Bau eines Schlosses in Berlin. 1432 werden Berlin und Cölln vereint, die gemeinsame Stadtverwaltung wird 10 Jahre später vom Kurfürsten wieder aufgehoben.

1486 wird Berlin ständige Residenzstadt der Hohenzollern. Um 1500 beträgt die Einwohnerzahl ca. 12.000.


Berlin als Residenzstadt bis ca. 1800

Im 16. Jahrhundert gehört Brandenburg zu den ersten Ländern, die sich der Reformation anschließen (1539/40). Nach dem 30jährigen Krieg, der auch Brandenburg und Berlin verheerte, gelingt unter dem „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm I. im 17. Jahrhundert eine Konsolidierung. Ein starkes Heer macht das Land unabhängig. Am Wiederaufbau beteiligen sich tausende reformierte Glaubensflüchtlinge, besonders aus Frankreich (Hugenotten) und aus Böhmen und der Pfalz. 1671 wird die Jüdische Gemeinde Berlins gegründet.

1701 krönt sich in Königsberg der Brandenburgische Kurfürst (Friedrich III.) zum König in Preußen (Friedrich I.) und feiert bei seiner Rückkehr triumphalen Einzug in Berlin. Für ihn und seine erste Frau, die früh verstarb, war das Barock-Schloss Köpenick errichtet worden. Für seine (zweite) Frau lässt er ab 1695 das Schloss Charlottenburg erbauen. Berlin hat ca. 50.000 Einwohner.

König Friedrich Wilhelm I. („Soldatenkönig“), militarisiert ab 1713 die Gesellschaft und macht das Land zu einer europäischen Macht.

Ab 1740 regiert König Friedrich II. (Friedrich der Große) in Berlin. Der Anhänger der Aufklärung lässt die Schlösser in Potsdam, Berlin und Rheinsberg ausbauen In seiner über 40jährigen Regierungszeit wächst Berlin zu einer europäischen Großstadt. Berühmte Bauten wie das Zeughaus, Kronprinzenpalais, Opernpalais, die Staatsoper oder die heutige Humboldt Universität zu Berlin entstehen. Drei Schlesische Kriege, mit denen er das Territorium erweitert, fordern ca. 150.000 Tote. 1764 spielt das erste deutschsprachige Theater in Berlin.

Unter Friedrich Wilhelm II. (ab 1786) wächst Berlin weiter. Langhans d. Ä. baut das berühmte Brandenburger Tor. Es kommt zur Liberalisierung (Hegel) und das allgemeine preußische Landrecht bringt einige Rechtssicherheit.

1795 läuft die erste aus England stammende Dampfmaschine in einer Berliner Textilfabrik.

1797 wird Friedrich Wilhelm III. gekrönt. Um 1800 hat Berlin etwa 170.000 Bewohner. Napoleon besiegt 1806 Preußen bei Jena/Auerstedt und besetzt bis 1808 Berlin. 1809 wird die neue preußische Städteordnung (Freiherr von Stein) eingeführt, die Berlin Selbstverwaltungsrechte einräumt. 1810 wird die Universität gegründet und die Leibeigenschaft abgeschafft.

Ab 1813 beteiligt sich Preußen an den Befreiungskriegen gegen die napoleonische Fremdherrschaft in Europa. Sie enden mit dem Sieg der Belle Alliance (England, Preußen, Russland) über die französischen Truppen im Juni 1815 bei Waterloo. In den 1820er Jahren führt der wirtschaftlich-technische Fortschritt zum Zuzug zahlreicher Arbeitskräfte nach Berlin, erste Mietskasernen entstehen.

1830 wird Schinkels Altes Museum auf der Museumsinsel eröffnet.

1838 erhält Berlin seine erste Eisenbahnlinie nach Potsdam. Mit dem Zoo wird 1844 der erste öffentliche Tierpark Deutschlands gegründet.

Mitte des 19. Jahrhunderts hat Berlin mit den angrenzenden Siedlungen etwa 400.000 Einwohner. Wachsende soziale Not der arbeitenden Bevölkerung und fehlende politische Freiheiten führen zur Revolution von 1848. Im März werden bei einem Polizei- und Militäreinsatz gegen Demonstrierende dutzende Bürger erschossen. Mit dem Einmarsch Preußischer Truppen wird die bürgerlich-demokratische Erhebung niedergeschlagen.

Durch Eingemeindungen wächst 1861 die Einwohnerzahl auf 550.000 und die Fläche Berlins auf 59 Quadratkilometer.


Berlin als Reichshauptstadt bis 1933

Nach dem Krieg gegen Frankreich wird 1871 das Deutsche Kaiserreich neu gegründet, der preußische König (Wilhelm I.) zum deutschen Kaiser gekrönt und Berlin zur Reichshauptstadt. 1878 mit dem „Sozialistengesetz“ werden die politischen Freiheiten eingeschränkt, die Sozialdemokratische Partei mit Sitz in Berlin wird verboten.

Die Straße nach Potsdam wird als Kurfürstendamm zu einem Prachtboulevard und Zentrum des „Neuen Westens“ ausgebaut – beliebt bei Wohlhabenden und Künstlern.

Wissenschaft, Forschung, Kunst und Wirtschaft erleben in den Gründerjahren eine Blüte. Zahlreiche international renommierte Künstler, Wissenschaftler und Unternehmer leben und arbeiten in Berlin.
Eines der größten Industriezentren (AEG) entsteht an der Spree zwischen Treptow und Köpenick (Schöneweide). Das wasserreiche Köpenick wird zur “Waschküche” der Metropole.

Um 1900 hat Berlin mit angrenzenden Vororten etwa 2.5 Mio. Einwohner und ist zugleich die größte Mietskasernenstadt der Welt. 1902 wird die erste U-Bahn in Berlin eröffnet. 1906 besetzt der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt mit einer Uniform vom Trödler als „Hauptmann von Köpenick“ das Köpenicker Rathaus, verhaftet den Bürgermeister und entwendet die Stadtkasse.

Im Verlaufe des I. Weltkrieges 1914-1918 bricht die Versorgung der Millionenstadt allmählich zusammen. Hunger und Elend führen zu Massenstreiks und Demonstrationen in Berlin. Im Herbst 1918 beginnt die Revolution. Am 9. November werden die Abdankung Kaiser Wilhelms II. verkündet und die Regierungsgeschäfte von Friedrich Ebert (SPD) übernommen. Der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann ruft vom Reichstag die freie deutsche Republik aus. Karl Liebknecht (USPD) proklamiert vom Berliner Schloss aus die freie sozialistische Republik Deutschlands.

Im Januar 1919 wird der linksgerichtete Spartakusaufstand in Berlin blutig niedergeschlagen. Freikorps-Truppen verschleppen am 15. Januar Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und ermorden sie im Tiergarten.

Am 13. März 1920 putschen in Berlin Teile der Reichswehr gegen ihre durch den Versailler Vertrag verfügte Auflösung und rufen den rechtkonservativen Wolfgang Kapp zum Reichkanzler aus. Ein von SPD und KPD gemeinsam organisierter Generalstreik führt zum Zusammenbruch des Kapp-Putsches.

Im Oktober 1920 werden per Gesetz 7 Städte, 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke nach Berlin eingemeindet und das Stadtgebiet in 20 Bezirke eingeteilt – darunter Köpenick im Südosten. Die Bevölkerung zählt jetzt 3,8 Millionen, das Stadtgebiet 878 Quadratkilometer. Berlin wird zur größten Industriestadt Europas und entwickelt sich in den Zwanziger Jahren zur Kulturmetropole. In der Stadt leben und arbeiten Künstler wie Otto Dix, Lionel Feininger, Bertolt Brecht und Arnold Zweig. Hier wirken Nobelpreisträger wie Albert Einstein, Philipp Röntgen und Max Plank.

Die Inflation erreicht 1923 ihren Höhepunkt. 1924 wird auf dem Messegelände die „1. Große Deutsche Funkausstellung“ veranstaltet. 1926 findet die erste „Grüne Woche“ statt. Im August 1928 erfolgt die Uraufführung der “Dreigroschenoper” im Theater am Schiffbauerdamm. Etwa 150 Tages- und Wochenzeitungen erscheinen in der Stadt.
Die Weltwirtschaftskrise erfasst 1929 Berlin. Im Februar gibt es 450.000 Arbeitslose. Es kommt zu Demonstrationen und Unruhen. Bis Ende 1932 erreicht die Arbeitslosenzahl in Berlin 630.000! Berlins Straßen sind Schauplatz von Zusammenstößen zwischen links- und rechtsextremistischen Gruppierungen, es gibt Tote und Verletzte. Bei den Reichtagswahlen am 6. November wird die NSDAP trotz Verlusten wieder mit Abstand stärkste Fraktion. In Berlin erreicht sie einen Stimmenanteil von 25,9 Prozent.


Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus

Mit der Berufung Hitlers zum Reichskanzler Anfang 1933 beginnt die Beseitigung der Demokratie. Der Reichstag in Berlin geht bald darauf in Flammen auf – die Mandate von Kommunisten und Sozialdemokraten werden annulliert. In Berlin findet die „Bücherverbrennung“ statt, das erste KZ wird in Sachsenhausen bei Berlin eingerichtet (heute Gedenkstätte).

1934/35 werden alle gewählten Gremien der Stadt aufgelöst. Die Verwaltung wird „gleichgeschaltet“, unliebsame Beamte, Angestellte und Arbeiter entlassen. Im August 1936 finden in Berlin die 11. Olympischen Sommerspiele statt, die von den Nazis als Propagandashow missbraucht werden – die Ruderwettkämpfe finden an der Regattaanlage Grünau in Berlin-Köpenick statt.

Am 9. November 1938 setzen SA- und SS-Männer in der so genannten “Reichskristallnacht” neun der zwölf Berliner Synagogen in Brand, plündern jüdische Geschäfte und terrorisieren jüdische Bürger. Von den 1933 in Berlin lebenden 160.000 Juden können bis 1941 etwa 90.000 ins Ausland flüchten, mehr als 60.000 werden in Konzentrationslagern und Ghettos ermordet. Rund 1.400 Juden überleben illegal unter Mithilfe mutiger Berliner.

Am 1. September 1939 beginnt mit der Kriegserklärung an Polen von Berlin aus der Zweite Weltkrieg. In so genannten Blitzkriegen werden nahezu alle europäischen Nachbarstaaten angegriffen und besetzt. Besonders brutal wird der Krieg in Osteuropa geführt.
Am 20. Januar 1942 wird auf der so genannten „Wannsee-Konferenz“ die staatliche Organisation der „Endlösung der Judenfrage“, der industriemäßigen Vernichtung der europäischen Juden beschlossen. Heute befindet sich in der Wannsee-Villa eine Gedenk- und Bildungsstätte. In Folge der Niederlage der deutschen Armee bei Stalingrad im Januar 1943 proklamiert Reichpsropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar in Berlin den „Totalen Krieg“. Im Herbst beginnen die anglo-amerikanischen Streitkräfte mit Flächenbombardements der Stadt. Bis zum Kriegsende werden rund 1 Million Einwohner evakuiert. Mehr als 50.000 verlieren ihr Leben, 40% der Gebäude Berlins werden zerstört.

Am 20. Juli 1944 scheitert das Attentat des Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Hitler. Verhaftungen und standrechtliche Hinrichtungen sind die Folge. Stauffenberg und enge Mittäter werden im Gebäude des Oberkommandos der Wehrmacht, dem Bendlerblock am Tiergarten, erschossen (heute Gedenkstätte Stauffenbergstraße).

Am 21. April 1945 beginnt die „Schlacht um Berlin“, die Rote Armee überschreitet die Stadtgrenze. Der Kampf endet nach dem Selbstmord Hitlers am 30. April und der Einstellung aller Kampfhandlungen der Wehrmacht in Berlin am 2. Mai. Am Abend des 8. Mai erfolgt vor den Vertretern der Alliierten in der Wehrmachtskaserne in Berlin Karlshorst die förmliche Kapitulation für ganz Deutschland.


Berlin nach dem II. Weltkrieg bis zur Teilung der Stadt

Nach Vereinbarung der Alliierten wird die Stadt in vier Sektoren aufgeteilt und gemeinsam von den Besatzungsmächten, Vereinigte Staaten von Amerika, Großbritannien, Frankreich und Sowjetunion verwaltet.

Zunehmende Interessengegensätze der Siegermächte zwischen 1946 und 1949 führen zum Scheitern der gemeinsamen Verwaltung der Stadt durch die Alliierten. Berlin wird zum Brennpunkt des „Kalten Krieges“. Die Währungsreform im Westen löst die Blockade der Westsektoren Berlins durch die Sowjetunion (Juni 1948 bis Mai 1949) aus. Die westlichen Alliierten begegnen ihr mit der Luftbrücke, einer bis dahin beispiellosen monatelangen Versorgung einer ganzen Stadt aus der Luft.

Die Stadtverordnetenversammlung verlegt ihre Tagungen ab September in den Westteil. In Ost-Berlin bildet sich daraufhin am 30. November ein von der SED dominierter Magistrat. Damit ist die Spaltung der Stadtverwaltung vollzogen.

Am 4. Dezember 1948 wird in West-Berlin als Gegenstück zur im Ostteil gelegenen Humboldt Universität (ab 1949) die „Freie Universität Berlin“ gegründet.

Die Stadtverordnetenversammlung und der Oberbürgermeister in West-Berlin nehmen 1949 für über 40 Jahre „provisorisch“ Quartier im Rathaus des Bezirks Schöneberg. Am 23. Mai 1949 erfolgt in den Westzonen die Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit Bonn als Hauptstadt. Für Berlin bleibt bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 der alliierte Sonderstatus gültig. Mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik in der sowjetischen Besatzungszone am 7. Oktober 1949 wird Ost-Berlin „Hauptstadt der DDR“ mit einem Oberbürgermeister im historischen Roten Rathaus.

Im September 1950 beginnt in Ost-Berlin die Sprengung der Ruine des Berliner Stadtschlosses als „Symbol des preußischen Feudalismus“.

Ab Januar 1952 erhält West-Berlin per Gesetz des Bundes einen Rechtsanspruch auf finanzielle Hilfe zur Erhaltung der Lebensfähigkeit. Im Februar beginnt in Ost-Berlin im Rahmen des „Nationalen Aufbauprogramms“ der Ausbau der Stalinallee (ab 1961 Karl-Marx-Allee) zur „ersten sozialistischen Straße Deutschlands“.

Am 16. Juni 1953 beginnen Bauarbeiter an der Stalinallee einen Streik gegen die staatlich verordnete Normenerhöhung. Daraus entwickelt sich am 17. Juni ein Aufstand, der auch auf andere Städte der DDR übergreift und in der Forderung nach freien Wahlen gipfelt. Der Aufstand wird von sowjetischen Truppen gewaltsam niedergeschlagen.

Im März 1954 bezieht das „Berliner Ensemble“ unter Leitung von Bertolt Brecht das Theater am Schiffbauerdamm im Bezirk Mitte.

Als Höhepunkt des Neuaufbaus findet 1957 in West-Berlin die Internationale Bauausstellung statt. Kernstück ist das im Stil der Moderne errichtete Hansaviertel am Tiergarten – Gegenstück zu den „sozialistischen Bauten“ an der Stalinallee.

Im August wird in Ost-Berlin die restaurierte, 1818 von Karl-Friedrich Schinkel erbaute „Neue Wache“ an der Straße „Unter den Linden“ wieder eröffnet. Seit 1993 ist sie „Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland“ für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Am 3. Oktober 1957 wird Willy Brandt (SPD) zum Regierenden Bürgermeister in West-Berlin gewählt. Das Amt bekleidet er bis Dezember 1966.

Am 18. Juni 1959 übernimmt Bundespräsident Theodor Heuss (FDP) offiziell das im Großen Tiergarten gelegene Schloss Bellevue als seinen Berliner Amtssitz.

Aufgrund zunehmender Zwangsmaßnahmen in der DDR (Kollektivierung der Landwirtschaft, Verstaatlichung von Unternehmen) flüchten 1960 nahezu 200.000 DDR-Bewohner über die offene Sektorengrenze nach West-Berlin.


Berlin – geteilt durch die Mauer bis zur Wende

Am 13. August 1961 beginnt die DDR mit dem Bau einer Mauer entlang der Sektorengrenze und riegelt den Westteil der Stadt vom Ostteil und dem Umland ab.

Das Stadtzentrum der „Hauptstadt der DDR“ um Alexanderplatz und Marx-Engels-Platz wird ab 1962 repräsentativ ausgebaut: „Haus des Lehrers“, Kongresshalle, Fernsehturm, Centrum-Warenhaus und Hotel “Stadt Berlin” sowie das Staatsratsgebäude und Außenministerium (1995 abgerissen) entstehen.

US-Präsident Kennedy besucht am 26. Juni 1963 die Stadt und versichert in seiner berühmten Rede den Berlinern die Solidarität der Vereinigten Staaten. Im Dezember wird das erste Passierscheinabkommen für den Besuch West-Berliner Bürger im Ostteil der Stadt unterzeichnet.

Am 2. Juni 1967 wird bei einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien in West-Berlin der Student Benno Ohnesorg durch einen Polizisten erschossen. Gegen ein verkrustetes Bildungssystem, die mangelnde Aufarbeitung der Nazivergangenheit, die politische Erstarrung der Großen Koalition und gegen die Ungerechtigkeit der internationalen Wirtschaftsordnung entsteht die „außerparlamentarischen Opposition“ (APO). Das Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke am 11. April 1968 markiert einen weiteren dramatischen Höhepunkt der Auseinandersetzung.

In West-Berlin wird die Neue Nationalgalerie (Mies van der Rohe) eröffnet.

Am 21. Oktober 1969 wird Willy Brandt (SPD) zum Bundeskanzler gewählt. Er betont die Bereitschaft zu Verhandlungen zwischen beiden deutschen Staaten.

Am 3. September 1971 unterzeichnen die Botschafter der vier Siegermächte das Vier-Mächte-Abkommen zu Berlin, das die Bindungen zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik klärt und praktische Regelungen zum Nutzen der Menschen bringt. Im Dezember unterzeichnen der Senat von Berlin und die DDR-Regierung die “Vereinbarung über Erleichterungen und Verbesserungen des Reise- und Besucherverkehrs”.

1972 schließen die Bundesrepublik Deutschland und die DDR den Grundlagenvertrag, womit Berlin in den Entspannungsprozess einbezogen ist.

1973 beginnt der Wiederaufbau des Kriegszerstörten Berliner Doms auf der Spreeinsel im Ost-Berliner Bezirk Mitte, der 1993 abgeschlossen wird.

Im Ost-Berliner Stadtteil Marzahn beginnen im Frühjahr 1976 die Arbeiten am größten Wohnungsbauprojekt der DDR. Hier werden 62.000 Wohnungen in Plattenbauweise erreichtet. Ebenfalls 1976 wird am Schlossplatz in der Berliner Mitte der Palast der Republik eröffnet. Nach der Wende ab 1990 geschlossen, beginnen 2006 die Abrissarbeiten. Geplant ist die Errichtung des “Humboldtforums” für die außereuropäischen Kunstsammlungen aus dem Preußischem Kulturbesitz einschließlich der äußeren Wiederherstellung des Berliner Stadtschlosses.

Ab 1979 werden um die dortigen Neubaugebiete drei neue Ost-Berliner Bezirke gegründet: Marzahn, 1985 Hohenschönhausen und 1986 Hellersdorf.

Am 2. April 1979 wird am Messegelände in West-Berlin das Internationale Kongresszentrum (ICC) eröffnet.

Das kriegszerstörte Schinkelsche Schauspielhaus am Platz der Akademie im Ost-Berliner Bezirk Mitte wird am 1. Oktober 1984 nach seiner Rekonstruktion wiedereröffnet (heute Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt).

Von April bis Oktober 1985 findet im West-Berliner Bezirk Neukölln die 18. Bundesgartenschau statt (heute BUGA-Park in Britz).

Die Bemühungen um eine gemeinsame 750-Jahr-Feier Berlins in 1987 scheitern. Beide Teile der Stadt organisieren eigene Veranstaltungen. Baulicher Höhepunkt in Ost-Berlin ist der Wiederaufbau des Nikolaiviertels im Zentrum.

In West-Berlin findet unter dem Motto „behutsame Stadterneuerung“ die Internationale Bauausstellung statt. Sie widmet sich der Altbausanierung mit ergänzendem Neubau („kritische Rekonstruktion“). Am 10. November 1988 erfolgt die symbolische Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Neuen Synagoge an der Oranienburger Straße im Ost-Berliner Bezirk Mitte.

1989 bringt die wachsende Bürgerbewegung in der DDR mit Forderungen nach Reformen die DDR-Führung in Bedrängnis. Am 7. Oktober begeht die DDR in Ost-Berlin ihr 40. Gründungsjubiläum. Demonstrationen mit Forderungen nach Meinungsfreiheit und Reformen werden gewaltsam aufgelöst. Es kommt zu zahlreichen Festnahmen.

Auf der ZK-Tagung der SED am 18. Oktober erklärt Erich Honecker „aus gesundheitlichen Gründen“ seinen Rücktritt von allen Ämtern. Egon Krenz wird zum Nachfolger.

Am 4. November versammeln sich über 500.000 Bürger Ost-Berlins zu einer Demonstration auf dem Alexanderplatz: Sie fordern Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Unter dem Druck der Bevölkerung öffnet die DDR am 9. November die Mauer in Berlin und die innerdeutsche Grenze.


Das Neue Berlin

In Ost-Berlin tagt ab Ende 1989 der zentrale “Runde Tisch” und eine Übergangsregierung unter Einbeziehung der Opposition regiert die DDR.

Am 18. März 1990 finden freie Wahlen zur Volkskammer der DDR statt. Im Mai folgen freie Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung Ost-Berlins. Mit dem 2+4-Vertrag zwischen den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges und beiden deutschen Staaten wird die Einheit völkerrechtlich geregelt und Deutschland erhält seine volle Souveränität. Der Vier-Mächte-Status von Berlin erlischt. Am 3. Oktober wird mit einem Staatsakt in Berlin die Vereinigung Deutschlands vollzogen. Im Oktober folgen gesamtdeutsche Neuwahlen.

In Bonn beschließt der Deutsche Bundestag am 20. Juni 1991 den Sitz von Regierung und Parlament in die Hauptstadt Berlin zu verlegen. Im gleichen Jahr zieht der Regierende Bürgermeister mit der Senatskanzlei wieder ins Berliner Rathaus („Rotes Rathaus“) im Bezirk Mitte. Seit 1993 hat das Abgeordnetenhaus, das Berliner Landesparlament, seinen Sitz im Gebäude des ehemaligen Preußischen Landtages.

Im Sommer 1994 verabschieden sich die amerikanischen, britischen, französischen und russischen Truppen der ehemaligen Besatzungsmächte mit Feiern und Paraden von Berlin.

Am 22. Oktober 1995 wird die Berliner Verfassung per Volksabstimmung mit über 75 Prozent der abgegebenen Stimmen angenommen. Neu sind die Ausdehnung einklagbarer Grundrechte und die Erweiterung des Katalogs der Staatsziele (Recht auf Arbeit, Bildung, Wohnraum). Verfassungsrang erhalten auch Umwelt- und Datenschutz. Elemente der direkten Demokratie wie Volksentscheide erweitern die Beteiligungsrechte der Bürger.

Im April 1999 tagt der Deutsche Bundestag erstmals im vom Architekten Sir Norman Foster neu gestalteten Reichstagsgebäude. In neuen Bürogebäuden in Berlin nehmen die Dienststellen von Parlament und Bundesministerien ihre Arbeit auf. Der Bundesrat zieht von Bonn nach Berlin. Die Botschaften zahlreicher Staaten werden in Berlin errichtet; die Bundesländer eröffnen ihre Hauptstadt-Vertretungen.

Mit der Fertigstellung des neuen Bundeskanzleramts, im Mai 2001, wird offiziell die Verlegung von Bundestag und Bundesregierung abgeschlossen. Am Reichstagsgebäude werden das Jakob-Kaiser-Haus für Abgeordnete und das Paul-Löbe-Haus für die Parlamentsausschüsse sowie das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus als Parlamentsbibliothek übergeben.
In Bonn verbleiben einige Ministerien mit ihrem Hauptsitz, die anderen mit einem zweiten Amtssitz. Weiterhin arbeiten mehr Regierungsbeamte in Bonn als in Berlin.

In den folgenden Jahren werden weitere historische Bauten wie das Brandenburger Tor, das Zeughaus, die Alte Nationalgelerie, die Kommandantur Unter den Linden, das Charlottenburger Tor, das Olympiastadion usw. restauriert, wieder aufgebaut oder um Neubauten erweitert.

Am Potsdamer Platz, einem Scharnier zwischen Ost- und Westberlin, ist um die Daimler-City und das Sony-Center ein modernes großstädtisches Zentrum in Nachbarschaft zum Kulturforum gewachsen.

Das Jüdische Museum in Berlin wurde 2001 eröffnet, die Holocaust Gedenkstätte in der Mitte Berlins im Jahre 2005 der Öffentlichkeit übergeben.

2006 wird der neue Berliner Hauptbahnhof und damit erstmals in der Berliner Verkehrsgeschichte ein zentraler Umsteigebahnhof fertig gestellt. Die Fußballweltmeisterschaft findet unter anderem in Berlin (Olympiastadion) statt.

Die Sanierung der Museumsinsel schreitet voran und soll mit dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Neuen Museums abgeschlossen werden.


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Berlin im Web: www.berlin.de

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