EINE ENTHANDUNG IN SPOKANE - Er will zurück, was ihm gehört

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Heimathafen Neukölln,12.03.201920:00 Uhr

EINE ENTHANDUNG IN SPOKANE - Er will zurück, was ihm gehört

Mit seinen mehrfach ausgezeichneten Filmen »Three Billboards outside Ebbing, Missouri« oder »Brügge sehen und sterben« hat sich Martin McDonagh weltweit einen Namen gemacht. Seine Theaterstücke stehen seinem Ruf in puncto schwarzem Humor bei gleichzeitig berührenden Momenten in keiner Weise nach. In »Eine Enthandung in Spokane« beschäftigt sich McDonagh vordergründig mit Rassismus und Vorurteilen gegenüber Andersartigten. Im Kern geht es um Rache, Schuld und Versöhnung. All das in bösen Humor verpackt, temporeich und intelligent in Szene gesetzt. Ein Hotelzimmer in Amerika wird zur Szenerie einer Studie darüber, wie viel von Amerika in jedem von uns steckt und warum am Ende sich jeder selbst der nächste ist.
»Wisst ihr wie sich das anfühlt? Wenn dir jemand zuwinkt, aus der Ferne mit deiner eigenen Hand?« Carmichael (David Bredin) weiß es, denn er hat es erlebt. Ein Haufen nichtsnutziger Hinterwäldler hat ihm die Hand abgeschnitten, per Zug, wie er behauptet, sie mitgenommen – und ihm damit zugewunken. Das ist lange her, aber Carmichael hat es nicht vergessen und er will seine Hand zurück. Diesmal ist er an ein junges Gangsterpärchen (Kai Schumann, Cornelia Werner) geraten, dass auf das schnelle Geld hofft. Als sich herausstellt, dass auch diese Hand nicht seine ist, kommt es zum Showdown, zu absurden Dialogen und nicht zuletzt zu tiefschürfenden Ausführungen des einfältig-genialen Rezeptionisten (Benjamin Kramme), der lieber vom Heldentum träumt, als lebensrettende Anrufe zu tätigen und Explosionen zu verhindern. Diese bitterböse schwarze Komödie setzt in Sachen politische Unkorrektheit neue Maßstäbe. Dass es dabei die schillernden Typen der Unterwelt sind, die die Themen philosophisch über Sex, Drogen, verquere Mutterbeziehungen, Liebesbeziehungen zu Affen bis hin zu besagter verloren gegangenen Hand verarbeiten, stört kein bisschen, im Gegenteil, dadurch entstehen starke Parallelen zu den Filmen von Quentin Tarantino oder dem letzten Film von Drew Goddard „Bad Days at the el Royale«, schaurig – schöne Unterhaltung mit Tiefgang in einer klugen Inszenierung von Nadja Stübiger.
Das Bühnenbild zu dieser wilden Theaterschlacht stammt von Hannes Hartmann und die Inszenierung wird musikalisch begleitet von Tom Werner.

Regie: Nadja Stübiger
Bühne: Hannes Hartmann
Musik: Tom Werner
Mit: Kai Schumann, David Bredin, Benjamin Kramme, Cornelia Werner
WANN
VON
BIS
WO
Heimathafen Neukölln
PREIS
20,80 €
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